Studentenbude 

Im August 1949 geboren, müsste ich das sein, was man spätestens seit Joschka Fischer einen 68er nennt, dass ich damals in Berlin lebte, spricht auch dafür. Ich sehe es nicht ganz so, zwar gab es die 68er Studentenrevolte, nur war ich damals kein Student und nach Einschätzung meines Vaters würde ich auch nie einer werden. Die politischen Ereignisse haben mich damals auch nicht sonderlich berührt, im Alter von 17 Jahren hatte ich andere Probleme. Klar wusste ich von den Demos und Straßenschlachten und ein Klassenkamerad war auch bei der denkwürdigen Wasserschlacht am Tegeler Weg dabei, wir haben kleine Zettel mit der Aufschrift : „Kurt Georg Kiesinger: Erst NS-Propagandist, jetzt NotStandsplaner. Deshalb STREIK gegen NS-Gesetze“ aus dem Klassenfenster auf den Schulhof geworfen und da keiner sagte, wer das war, ist die gesamte Klasse sanktioniert worden.

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Es war am 23. Mai 1970, als eine Kommilitonin von mir und ich beschlossen, zum Tag der alliierten Streitkräfte zu gehen und die Truppen-Parade auf der »Straße des 17. Juni« zu fotografieren. Wir studierten Grafik-Design und Fotografie war für uns mehr als ein Pflichtfach.

Bajamar

Als wir 1966 die Insel verlassen hatten, wir lebten vier Jahre dort, war mir klar, dass ich bei der erstbesten Gelegenheit zurückkomme. Diese ergab sich 1971, meine Eltern führten einen Rosenkrieg vom Feinsten und ich hatte gerade mein Studium begonnen. In den Semesterferien hatte ich wochenlang beim Standaufbau auf der Funkausstellung geackert und mit 1.500 DM in der Tasche, wollte ich mit ein par Kommilitonen nach Amsterdam fahren. Statt dessen flog ich nach Teneriffa, um unser Haus zu renovieren. Meine Mutter hatte mich überzeugt, dass das wichtiger wäre und sie konnte sehr überzeugend sein. 

Gerrit

© gerrit fichtner 2020